K l a u s N o m i- eine quasi-biographische gala zum 10. todestag -
(überarbeitete Fassung anlässlich des 20. Todestages, 2003)
(image from the drunken boat - a surreal slide show)
V O R S P I E L:
Die Geschichte von OMNI,
dem perversen Engel
Main title and mountain visions (3.22)
Darauf gesprochen, die folgenden
Worte:
"Stellt euch, liebe ZuhörerInnen, den Himmel vor.
Unter den Engeln befinden sich die prächtigsten und schönsten Wesen dieses Universums, und jeder Mensch, egal ob Mann oder Frau, kann nicht anders als in brennende, begehrende Verliebtheit auszubrechen - beim Anblick eines Engels.
Es ist auch nicht anders möglich, auf perfekte Art und Weise verliebt zu sein. Denn weil der Engel unerreichbar ist, ist diese Verliebtheit am beständigsten und am Unverdorbensten. Außerdem kann der Engel sich auch nicht in Menschen verlieben, dafür ist er zu strahlend, zu gewaltig, zu absolut..."
Schluß
von Main title and Mountain visions (3.22)
"Dann ist da Luzifer - die Flammende Begierde, voll Feuriger Lust auf die Menschen. Luzifer war einmal ein Engel, doch weil er die Menschen liebt, weil er sie heiß und innig begehrt, ist er in die Tiefe gestürzt worden.
Dort, wo er hinabgestürzt wurde, vermuten wir einen Ort namens Hölle, ohne zu ahnen, wovon wir sprechen. Stattdessen reden wir von unermeßlich heißen und ätzenden Feuerschluchten, zerklüfteten Vulkanen, die alles verbrennen, bis auf die Türme und Brücken aus dem kältestem Eis, die ein begabter Architekt dort hingestellt haben soll.
Jenes Eis ist zu kalt, um vom Feuer geschmolzen werden zu können, und das Feuer kann vom Eis nicht ausgelöscht werden, weil es zu heiß ist. Über die Eis-Brücken werden die Seelen der Leute geweht, die sich nicht konsequent und inbrünstig genug auf ihre Existenz eingelassen haben. Nun müssen sie die Strafe für ihre Mittelmäßigkeit ertragen - durch das Angesicht der unerreichbarsten Extreme.
Luzifer ist sehr traurig über das Schicksal der verlorenen Seelen der Menschen - er hat es noch nie erlebt, daß es ein Mensch geschafft hätte, sich konsequent genug gegen das Mittelmaß aufzubäumen - sie wurden alle wieder rückfällig. Aber Luzifer kann nicht anders, als ständig aufs Neue zu versuchen, die Menschen zu verführen. Er ist nämlich dazu verflucht worden, daß er die Menschen verzweifelt lieben muß, um dabei zu scheitern.
Dann ist da noch Gott - ein gleichgültiger, älterer Herr an seinem Arbeitstisch. David Bowie könnte im Film seine Rolle spielen. Gott geht keinerlei Verbindungen ein - zu ÜBERHAUPT NICHTS in diesem Universum... Er hat seinen Sitz, den Himmel, ein Stück weit hinter der Hölle eingerichtet. Diese dient ihm übrigens als eine Art Barrikade, offiziell verdammt und abgelehnt, die aber in Wirklichkeit - das ist inoffiziell bekannt - nie abgeschafft werden wird.
Der Himmel hat ein paar Umzüge hinter sich. Zuerst war er in einer asiatischen Region namens Mesopotamien, dann in den oberen Bereichen unserer Atmosphäre, und jetzt befindet sich der Himmel an dem letzten Ort in diesem Kosmos, der weder astrophysikalisch, noch metaphysisch oder philosophisch ergründet worden ist - nämlich in einem SCHWARZEN LOCH...
Frankie
Goes To Hollywood (ca. 1 Minute)
Aber weiter mit Gott. Da er den Menschen nach seinem Abbild geschaffen hat, scheint er nicht so schön zu sein wie die Engel. Allerdings wirkt es so, als würde ihn diese Tatsache nicht beschäftigen. Bürokratische Wesen - Menschen wie Götter - die nur mit mittelmäßigem Aussehen und Geschick versehen sind, sagen häufig "es kommt doch mehr auf die inneren Werte an", aber das sagen sie nur deshalb, um sich vor dem Gefühls des Neids und der Eifersucht zu drücken, das sie sonst hätten. Würden sie sich dieses unterschwellige Gefühl eingestehen, wäre dies ihr Untergang in der Trostlosigkeit ihres Mittelmaßes.
Luzifer zu verdammen, war für Gott deswegen auch ein schizophrener Akt, der ihm ein nicht bestimmbares Unbehagen einflößte. Luzifer liebt die Menschen und will sie aus ihrem Mittelmaß in die Höhen oder Tiefen des absoluten Menschseins reißen. Deshalb verdammte ihn Gott - denn eine solche Liebe kann er nicht ertragen oder dulden; dabei würde er so gerne auf diese Art und Weise geliebt werden.
So
aber betreibt Gott sein Amt ohne besondere Freude und begnügt sich
mit dem unbewußten Genuß, die Engel zu kommandieren und so
wenigstens aus zweiter Hand über ihre Schönheit zu verfügen.
Die Menschen, die im Himmel landen, sind diejenigen, die sich nie gegen
ihre Mittelmäßigkeit aufgelehnt haben - und deswegen geht es
dort auch für sie mittelmäßig weiter...
Dann gibt es da auch noch die ERDE - dort leben die Menschen. Sie konnten aus all diesen verschachtelten Komplikationen und Beziehungen nicht viel Nutzen für ihre Entwicklung ziehen... Und deshalb verläuft diese Entwicklung der Menschen seit etwa 20000 Jahren auch als Sackgasse und Irrweg. Ihr wißt schon, was ich meine.
Der einzige Mensch, der nicht in den Himmel und nicht in die Hölle gekommen ist, ist Mozart - für ihn gibt es eigens einen Ort, der weder Hölle noch Himmel ist - und Luzifer besucht ihn dort öfters..."
WOLFGANG
AMADEUS MOZART: Kontretanz (ca. 1 Minute)
"Kommen wir aber nun zu der eigentlichen Hauptfigur unserer Geschichte, der wir zunächst im Himmel und dann auf der Erde begegnen werden. Es ist einer der Engel, aber nicht wie der glorreiche, gestürzte Luzifer oder wie Michael, der strahlende Anführer der himmlischen Heerscharen im Kampf gegen die Mächte der Finsternis. Nein, er rangiert nur unter "ferner liefen".
Es ist OMNI, der abartige Engel. OMNI ist kalkweiß geschminkt, seine Haare sind unbeschreibbar onduliert (das heißt "künstlich gewellt"), seine Lippen sind schwarzblau angemalt. Über der schwarzen Grundkleidung trägt er einen dreieckig-konstruktivistischen Porzellankragen. Dazu spricht er mit einer blassen Falsett-Stimme, mit der er aber die unglaublichsten Töne hervorbringen kann. OMNI ist auf keinen Fall ein mittelmäßiges Geschöpf, denn für ihn existieren keine Werte-Kategorien, in denen solche Abstufungen vorkämen...
Gott mag ihn nicht besonders, (kann ihn aber nicht verdammen, weil OMNI genießt Immunität. Diese Immunität besteht darin, daß Schuld oder Unschuld keine Kategorien sind, nach denen er beurteilt werden kann, weil er so vollkommen entartet ist). Außerdem weiß OMNI gar nichts davon, entartet zu sein. "Ich unterscheide mich nicht von Gott, den Engeln oder Luzifer", sagt er. "Niemand unterscheidet sich voneinander!" Er ist voller Unschuld, für ihn ist alles ein Spiel... Manchmal, wenn es keiner mitbekommt, raunt ihm Gott ein beleidigendes Wort zu. "Schwuchtel." OMNI kann dies nicht als Beleidigung verstehen, so wie er überhaupt nichts als Beleidigung verstehen kann. Oder vielleicht versteht er, daß er beleidigt wird, aber nicht den Grund dafür, und mißt dem ganzen deshalb keine Bedeutung bei.
FROM BEYOND (2.51)
"Die drei Statistik-Kurven der Entwicklung von Gott, Luzifer und OMNI verlaufen in höchst unterschiedlichen Bahnen. Zuerst ist OMNI ein völlig bedeutungsloses Geschöpf - fremd. Er paßt nirgendwohin. Auch weiß er selber wenig mit sich anzufangen, und er versteht die anderen nicht.
Die Menschen lieben und fürchten vor allem Gott, vom Teufel nehmen sie nur gelegentlich Notiz, nämlich dann, wenn es ihnen gutgeht und sie es wagen wollen, sich ein bißchen gegen ihr Mittelmaß aufzulehnen. Gott ist zunächst sehr dominant, sehr zornig und autoritär. Zu der Zeit kann man den Menschen alles sagen, und sie schlucken es als Wahrheit. Gott will, daß die Menschen ihn lieben, denn sie sind ja wie er. Die Menschen sollen ihr Mittelmaß auf die Art und Weise ertragen, indem sie Gott sein eigenes Mittelmaß erträglicher machen - durch ihre Liebe zu ihm. Wenn sie dies nicht tun, dann wird er furchtbar zornig und rächt sich an ihnen, doch Luzifer verspottet ihn, weil er auch in dieser Hinsicht einfach zu mittelmäßig ist und es trotz mehrfacher Ankündigungen einfach nicht schafft, die Menschen auszurotten.
Weil Luzifer ihn deshalb mit Recht auslacht und verspottet, beschließt Gott, sich taktisch ein wenig umsichtiger zu verhalten. Er schirmt sich ab, um ihm keine Angriffsfläche zu bieten, und beschließt, die Menschen nur noch zu lieben. Und deshalb schickt er ihnen seinen Sohn. Diesem jungen Mann hören die Menschen interessiert zu. Sie hören ihm zu, weil er als erster davon predigt, daß man sich gegen die Mittelmäßigkeit auflehnen soll, die dem Menschen von Gott anheimgegeben wurde. Wie auflehnen? Alle Menschen sollen nur noch lieben - und überhaupt nicht mehr hassen.
THE WIZARD OF OZ (ca. 1 min)
OMNI betrachtet die Kreuzigung aus dem Himmel, der sich zu dieser Zeit noch in der westlichen Stratosphäre befindet, und spürt ein gewisses Mitgefühl für Jesus. OMNI erklärt ihm das später auch: "Ich weiß nämlich inzwischen Bescheid über die Kategorien, nach denen Gott, Luzifer und die Menschen leben, auch wenn ich sie für lächerlich, unkorrekt und verschroben halte". Darüber hinaus ist auch OMNI ein Liebhaber schöner Knaben und er findet es unsäglich, daß gerade diese Liebe für Gott den schwersten Verstoß gegen die Mittelmäßigkeit darstellte. Manchmal steigt OMNI vom Himmel herab und erscheint einem schlafenden Hirtenjungen im Traum, mit dem er eine wüste Sex-Orgie veranstaltet, dies aber nur im Traum, wie gesagt, denn Gott und Luzifer sollten davon nichts bemerken.
OMNI spürt, daß er noch nicht stark genug ist, um sich vor den beiden zu behaupten. Allerdings er sieht es mit Vergnügen, falls der Hirtenjunge am Morgen aufwacht und die Lüsternheit in ihm bleibt, jedoch falls sie stattdessen verdrängt wird, sieht er es mit Bedauern.
THE WIZARD OF OZ (ca. 1 Minute)
"Nach der Kreuzigung von Jesus zieht sich Gott vollständig zurück, um sein Gesicht zu wahren. Von nun an erscheint es bald, als sei nur der Mensch mittelmäßig, und Gott sei absolut perfekt - denn er nimmt überhaupt keinerlei Einfluß mehr. OMNIS Stärke hingegen nimmt zu - die Engel mögen ihn mittlerweile und finden seine Ansichten schlüssig. Inoffiziell übernimmt er ihre Führung.
Jetzt aber glaubt zunächst Luzifer, daß seine Stunde gekommen ist. Da Gott keinerlei Einfluß mehr auf das Geschehen nimmt, ist er unerreichbar und schweigend. Luzifer forciert also im Menschen die Vorstellung, daß Gott ein absolutes Wesen ist. Der Mensch soll sich aufbäumen muß aus seinem Mittelmaß, um gottgleich zu werden. Daß dieses Aufbäumen teufelsgleich ist, fällt Gott nicht mehr auf, weil er nicht daran denken mag, daß er selber das Mittelmäßige darstellt.
Die Menschheit stürzt sich also in die Höhen und Tiefen des absoluten Menschseins, weil sie Gott erreichen will, und Luzifer triumphiert. Doch sie berührt nur kurz die Perfektion, dann landen alle wieder in der Hölle, weil sie es nicht konsequent genug geschafft haben, so wie eh und je. Jetzt zieht sich Luzifer verbittert aus allen Angelegenheiten zurück und reagiert auf keinerlei Anrufungsversuche von der Erde.
Das hat stattgefunden von ca. 1848 bis ca. 1948... Jetzt haben Luzifer und Gott ihre Macht so ziemlich verloren - die Menschen können es nicht ertragen, daß es überhaupt Extreme gibt. Sie wollen vollständig in ihrer langweiligen Mittelmäßigkeit aufgehen, gleicher als gleich. "Keine Höhen und Tiefen mehr im Leben, bloß ein gleichförmiges, ereignisloses laues Dasein, weil es sowieso nicht anders geht," sagen sie...
Die Menschheit ist an dem Punkt angelangt, wo sie bereit ist, das System der Werte-Kategorien über Bord zu werfen und abzulegen - aber leider hat sie dieses System noch gar nicht durchschaut!
OMNI steht kurz vor seiner Abreise auf die ERDE. Er hat in letzter Zeit angefangen, zu singen. Zum Beispiel singt er "The Twist", und das ganz lasziv-langsam. Wir können ihn direkt vor uns sehen, wie er die Erde wie einen Fußball auf seiner Fingerspitze dreht, und dabei singt. "Come On, Humans, let's do the twist."
THE TWIST (3.10)
Darauf gesprochen:
"OMNI verläßt den Himmel und die Hölle. Er verläßt das SCHWARZE LOCH und ist in der unendlichen Weite des Kosmos, rasend schnell an Sternen vorbei, Kometen und fernen Welten. Sein Haar weht im stellaren Wind, er steht am Bug seines Sonnenschmetterlings-Seglers, und seine Augen glitzern verführerisch. In dieser weiten Leere und diesen gigantischen, seelenlosen Himmelskörpern und ihren verwunderlichen Konstellationen eine Pracht zu sehen, ist zwar das Naheliegendste, aber trotzdem bringt es nichts! OMNIS Ziel ist das unscheinbare Sonnensystem im östlichen Spiralarm der Galaxis...
Da steht er direkt vor ihm und dreht sich langsam - der blaue Planet ERDE in all seiner Herrlichkeit...
Wehender Wind, darauf gesprochen:
AFTER THE FALL (4.43)
Der Wind wird leiser
(Anmoderation: Eberhard Schoener)
FANFARE (0.41)
THE COLD SONG (4.03)
K L A U S N O M I
- Eine quasi-biographische
Gala zum 10. Todestag -
Der Junge KLAUS SPERBER kommt zur Welt am 24. Januar 1944, in IMMENSTADT, im südlichsten Deutschland.
"Klaus", das kommt von "Nikolaus" und bedeutet "Sieger über das Volk". Namen sind von Vorahnungen bestimmt, oder von Wunschvorstellungen, die sich nicht erfüllen. Vielleicht entwickelt sich ein Junge nur deshalb in eine Rolle, weil sie dem Namen entspricht, den ihm seine Eltern gegeben haben.
"Andere Klänge, die er hört, sind folgende."
Rock Around The Clock - kurzer
Ausschnitt
"Klaus lebt auf in der Rock-Musik und ihrer Theatralik, den neu entstehenden Phantasien um den Weltraum und der Schwärmerei für die kunstfertig gemachten, formschönen Torten in der Konditorei seiner Eltern. Als er in die Pubertät kommt, zeigt sich, wie sehr er sich von den anderen unterscheidet - er entdeckt seine Leidenschaft für die schönen Jungen in seiner Klasse. Dazu kommt sein Stimmbruch - Klaus merkt, daß er richtig gut singen kann, nicht nur als Tenor, sondern auch in den abstrusesten sonstigen Stimmlagen.
Schon jetzt gibt es für ihn nichts als die Oper. "Die Oper ist das Ungewöhnlichste, das existiert," sagt er, und es scheint ihm das einzige Medium zu sein, um sich auszudrücken.
DIE TORTE - eine philosophische Abhandlung:Wir fragen uns, welcher Mensch kam auf die Idee, die Torte zu erfinden, und was für Beweggründe hat er dafür gehabt? Die Torte ist das unnatürlichste Gebilde zum Verzehr, das die Menschen sich erdacht haben. Wenn ich das Wort natürlich ausspreche, wie häufig meine ich dann auch tatsächlich natürlich? Wie häufig müßte ich stattdessen kultürlich sagen?Die Torte ist ein kultürliches Gebilde - das heißt, sie ist ein Versuch des Menschen. Der Mensch versucht, seine kulturelle Entwicklung darzustellen - als den Höhepunkt der Geschichte des Universums - und als den Inbegriff allen Strebens nach Perfektion, die nun mit dieser Torte endlich erreicht worden ist."Du darfst alles machen, Hauptsache, es ist perfekt!" - dies ist die Philosophie der Torte ...
WASTING MY TIME (4.14)
"1973 zieht er frustriert
nach New York."
1. EinschubZwischenmoderation:
„In San Francisco traf Daniel auf ADRIAN REBHOLZ (auch bekannt als BOY ADRIAN), einen damaligen Freund und Mit-Performer Klaus Nomis.“Zuerst Adrians Stimme etwas laufen lassen („I met Klaus on the street ...“), dann leiser drehen und deutschen Ton darüberblenden:
„Ich traf Klaus auf der Straße, als ich Performer in einem Schaufenster bei Fiorucci war... Das war 1978, und Klaus war ein Konditor. Und wir wurden gute Freunde.
Damals war die Punk-Rock-Ära auf ihrem Höhepunkt, und Klaus fuhr völlig darauf ab, er trug eine schwarze Sonnenbrille, eine schwarze Jacke und sah noch völlig anders aus als später, als er berühmt war. Als ich und ein Freund ihn einmal singen hörten, versuchten wir ihn dazu zu überreden, öffentlich aufzutreten, doch zunächst wollte er nicht.“
Adrians O-Ton bis „Oh no no ...“ weiterlaufen lassen. Bei „One of the best parts“ weiter mit deutschen Ton überblenden:
„In seiner Wohnung hatte Klaus einen Fernseher. Anarchistisch, wie wir damals waren, hatten wir eine Diskussion darüber, wie überflüssig das Fernsehen war. Zu dieser Zeit war alles im Fernsehen eine Lüge und absolute Zeitverschwendung.
Ich sagte zu Klaus, er sollte sein eigenes Programm machen – also öffneten wir das Fenster, warfen den Fernseher hinaus und sahen zu, wie er vier Stockwerke herabfiel und am Boden explodierte. So fing alles an.“
Adrians O-Ton bis „I don’t believe he did it“ weiterlaufen lassen, dann SCHLUSS der Einblendung.
The Abduction of Barry
(4.32)
Darauf gesprochen, die folgenden
Worte:
"Die STADT NEW YORK... Klaus schlägt sich dort fünf Jahre als Tellerwäscher, Botenjunge und KONDITOR durch, bis er sich als Underground-Attraktion etablieren kann und über die Szene hinaus Aufsehen erregt.
Er nennt sich Klaus Nomi, ein Anagramm aus dem lateinischen omni "alles in einem" - das KULTÜRLICHE WESEN in ihm findet endlich seinen Ausdruck. Aber NOMI bedeutet auch: "NO ME - Kein Ich" - oder "KNOW ME - Kenne mich!"
2. Einschub:Zuerst Adrian anlaufen lassen („To get right to it ...“), dann deutschen Ton darüber:
„Es gab ein Vaudeville-Revival in New York zu der Zeit, bei dem Klaus zum ersten Mal auftrat. Er unterschied sich von allem, was es damals gab, weil er ein Opernsänger war.
Die Leder-Punk-Heroin-Musik war am Vorherrschendsten – und Klaus, dieser Opern-Rock-Visionär aus dem Weltraum, unterschied sich davon total und versorgte jeden mit einem noch größeren High: er sang eine Arie in einem Weltraumanzug und verschwand in einer Rauchwolke.
Unmittelbar danach fing er an, seine großen Platten aufzunehmen!“
Adrians O-Ton bis „He started making music records right after that...“ weiterlaufen lassen, dann SCHLUSS der Einblendung.
3. Einschub:Zwischenmoderation:
„Und hier nun der wahre Ursprung seines Namens.“Zuerst Adrian anlaufen lassen („Oh, at the same time ...“), dann deutschen Ton darüber:
„Zur selben Zeit, im Oktober 1978, erschien die erste Ausgabe von OMNI, ein Science-Fiction- und Wissenschaftsmagazin ... An allen Bushaltestellen hingen wunderschöne blaue Poster mit großen Schriftzügen. OMNI.
Also klauten wir eines dieser Poster, und Klaus beschloß, einen anderen Namen anzunehmen. Anstelle von „Klaus Sperber from Outer Space“, the one and only Klaus Nomi. Er hat einfach die Buchstaben vertauscht...“
Adrians O-Ton bis „ ... the one and only Klaus Nomi“ weiterlaufen lassen, dann SCHLUSS der Einblendung.
NOMI SONG (2.47)
KEYS OF LIFE (2.26)LIGHTNING STRIKES (2.57)
Mittlerweile haben die Leute von der Angst längst genug und wollen wieder Krieg spielen, doch eine Angst geht immer noch gut, die vor dem Weltuntergang...
Der Weltuntergang ist die Diva der Angst! Aus der Kollektion Angst gibt es ihn als ganz speziellen Marken-Artikel! Jeden Tag müssen wir alle damit rechnen, daß wir untergehen, dies wird uns zumindest viel beschworen... Wir gehen davon aus, daß es nicht mehr allzulange so weitergehen wird, doch das führt uns zu einem intensiveren Leben. Wir wollen jeden Tag auskosten und sind wendiger, behende in unserem Leben ...
TOTAL ECLIPSE (4.14)
Weltuntergangsgeräusch
(aus Samson and Delilah)
4. Einschub:Zuerst Adrian anlaufen lassen („There was not a lot going on ...“), dann deutschen Ton darüber:
„Es passierte gar nicht so viel auf der Bühne. Joey Arias, ein weiterer berühmter Performance-Künstler in New York, und ich waren Backgroundsänger und Performer, dann gab es noch ein paar Tänzer. Mit einer Menge Rauch versuchten wir eine außerirdische Atmosphäre zu schaffen. Klaus‘ Anziehungskraft bestand darin, daß er so unwirklich und außerirdisch wirkte.
Eine andere Seite neben diesem Bubblegum-Space-Feeling waren die einfachen Botschaften wie in „Simple Man“, daß man sich selbst verwirklicht. Egal, was du bist, es ist alles möglich ... Paßt auf vor den Atombomben, usw.“
Adrians O-Ton bis „ ... If anything, space migration is the next big thing“ weiterlaufen lassen, dann SCHLUSS der Einblendung.
SIMPLE MAN (4.16)DER NUSSBAUM (3.04)
(A einB sein
c sehen
i ich / auge
r sind
t Tee
u du / ihr
w doppelt du
x ex / Axt)
ic ur ok 2c Ich sehe, du bist in Ordnung, um zu sehen ic ur ok 2 Ich sehe, du bist auch in Ordnung
ic ur ok 2c Ich sehe du bist in Ordnung, um zu sehen
ic wr2 Ich sehe doppelt Du bist Zwei
u2 a qt Du bist ein süßes Kind
i 1 u2 Ich Eins Du Zwei
o o t e z Oh oh Zu Einfach
i 1 u 2 Ich Eins Du Zwei
ICUROK (4.24)
SPACE-Geräusche (Raumschiffe, Sternenrauschen)
RUBBERBAND LAZER (4.20)
SPACE-Geräusche
ausblenden...
the appearance of the visitors (4.49)
Darauf gesprochen die folgenden
Worte:
"Er wollte der Pop-Musik die abhanden gekommene Theatralik wiedergeben, indem er New-Wave-Sounds mit der großen Geste der klassischen Oper fusionierte - intensiv ausgelebte Gefühle, weitausladende Gebärden. Große Gedanken und Gefühle, große Taten...
Er stilisierte sich auf Hyperkünstlichkeit, wie ein Samurai auf LSD, wie ein intergalaktischer Pierrot, wie eine High-Tech-Primadonna, und sang in schrillen Koloraturen ein Gemisch aus Barock-Opernarien, Dietrich-Schlagern, New-Wave-Rock'n'Roll.
"Nur im Traum erlebte ich bisher eine derartige Mischung aus komödiantischer Schönheit und Terror", befand der Korrespondent der Pariser "International Herald Tribune" nach einem Auftritt Nomis.
(Differenzierter
Repeat: " ... - intensiv ausgelebte Gefühle, weitausladende Gebärden.
Große Gedanken und Gefühle, große Taten...")
In "Wayward Sisters" (aus der Oper "Dido und Aeneas") von Henry Purcell werden die drei Hexen angerufen...
"Launenhafte Schwestern, ihr, die ihr den einsamen Reisenden bei Nacht erschreckt! Ihr, die ihr wie düstere Raben heulend, an die Fenster der Sterbenden schlägt! Erscheint auf meinen Ruf, und nehmt Teil am Ruhm dieses Unheils, auf daß alle Städte in Flammen untergehen!"
(Ausblenden
von Donner und Blitz)
WAYWARD SISTERS (text) (1.43)DING DONG (3.03)
---
Sky Harbor (4.31)
"Er sieht aus wie nicht von dieser Erde und hört sich noch seltsamer an", befand der New Musical Express und warnte: "Von der Musik geht eine seltsame, furchterregende Faszination aus. Mit äußerster Vorsicht zu erforschen."
Die Musik ist eigentlich nicht kompliziert, aber sie führt den Hörer in die Irre. "Er sickert ein ins Gehirn, unbemerkt, scheinbar konsumierfreudig und seicht, doch auf einmal spürt man ein marodes Element in sich - man fühlt sich als ein Perverser in der Gesellschaft, einen Blickwinkel für das Abartige, der vorher nicht da war - die Transformation im Bewußtsein findet unbemerkt statt..."
Nomi ist ein vielfältig geformtes Kunstgebilde, das aus dem Innern der menschheitlichen Entwicklung heraus entstand. Das Kunstprodukt Nomi war ein bleich geschminkter Mann mit blauschwarzen Lippen und schwarzem diabolisch frisierten Haar, dazu trug er auf der Bühne eine Art überproportionales Pagengewand aus schwarzem und weißem Porzellan, das aus zwei ineinanderlaufenden Dreiecks-Strukturen und einer überdimensionalen schwarzen Fliege bestand.
(Differenzierter Repeat: Wenn ich das Wort natürlich ausspreche, wie häufig meine ich dann auch tatsächlich natürlich? Wie häufig müßte ich stattdessen kultürlich sagen? Klaus Nomi war ein kultürliches Wesen.
Er stand auf der Bühne und bewegte sich wie eine willige Marionette der Gesellschaft. Aber er weiß, daß seine Wirkung destruktiver Natur für diese Gesellschaft ist: Er ist die Marionette, die ihr Eigenleben entwickelt, nachdem sie ihre eigene Existenz entdeckt hat: eine dada-istische Seele und ein dada-istisches Herz, verborgen unter aller Kultürlichkeit.
YOU DON'T OWN ME (3.41)
Sein Repertoire besteht hauptsächlich
aus drei unterschiedlichen Gebieten:
A)
die apokalyptischen New-Wave-Kompositionen seiner
Musiker Kristian Hoffmann, Man Parrish und Scott WoodyB)
die Klassik-Interpretationen von Henry Purcell, John Dowland, Camille Saint-Saens und Robert Schumannund C)
die Cover-Versionen vom Rosa-Schmusepop der 60er (Songs von Elvis, Sonny und Cher, Lou Cristy, Chubby Checker)
JUST ONE LOOK (3.19)
THREE WISHES (3.18)
ER: "Weise Menschen sagen: Nur die Narren sind hastig in dieser Angelegenheit. Aber ich kann nicht anders, ich fange sofort an, dich zu lieben. Soll ich bleiben? Kann das eine Sünde sein?
Wie ein Fluß langsam zum Meer fließt, so geschieht es. Manche Dinge sind Schicksal, sie müssen geschehen. Nimm meine Hand, nein, nimm mein ganzes Leben dazu. Denn ich kann nicht anders als dich sofort zu lieben."
FALLING IN LOVE WITH YOU (3.55)FALLING IN LOVE AGAIN (2.39)
And shun the cure they most desire."
"Wenn ich sterbe, werde ich - das weiß ich - hohe, schwarzlackiert glänzende Stiefel tragen. Dazu schwarze Glitzersamthosen und ein überdimensionales Pagengewand aus schwarzem Porzellan mit einem weißen Drei-Eck und einer schwarzen Fliege. Ich werde schwarzblaue Haare haben, sehr bleich sein, mit blauschwarzen Lippen.
Wenn ich sterbe, werde ich an der Seite von einem großen Schwert durchbohrt sein. Das Schwert ist von Eis überzogen und hat mein Porzellangewand nicht in Scherben zerbrochen, sondern ist hin-durchgeglitten wie durch Butter. Es steckt in meiner Seite und ragt hinten aus meinem Rücken heraus. Das Blut ist blauschwarz gefärbt vom Gift des Schwertes und vereist an der Wunde.
Meine Füße und meine Beine sind vom eisigen Gift erfroren - eine Schicht klaren Eises steigt an ihnen empor bis zu den Hüften. Ich kann bis dahin nichts mehr fühlen. Das Eis steigt immer höher. Bald wird das Gift des Eises meinen Körper völlig durchzogen haben.
Wenn ich sterbe, werde ich in einem leeren, steinernen Raum auf einem einzelnen hölzernen Stuhl sitzen, der der einzige Einrichtungsgegenstand in dem Raum ist.
Ich werde die Todes-Arie aus "Dido und Aeneas" von Henry Purcell singen - mit einer Mezzosopran-Stimme: "Deine Hand, Belinda, Dunkelheit überschattet mich. An deiner Brust laß mich ruhen. Ich würde mehr tun, aber der Tod dringt in mich ein. Der Tod ist jetzt ein willkommener Gast. Wenn ich in die Erde gelegt werde, mögen meine Irrtümer und Falschen Taten dir kein Leiden machen. Erinnere dich an mich! Erinnere dich an mich, aber vergiß mein Schicksal."
Aber ich wiederum bin allein, und der Abschied ist imaginär. An der Tür steht der Punkjunge, der ein Hippie ist, und weint bei meinem Anblick, doch ich kann ihn nicht mehr wahrnehmen, denn ich kann den Kopf nicht mehr drehen und spüre, wie meine Augen vereisen.
DEATH (4.18)
ICH, KLAUS NOMI, KLÄRE MEINEN TOD AUF, INDEM ICH DAS KAUSALPRINZIP LEUGNE UND DEN NOMINALISMUS BEANTRAGE ...
5. Einschub:Zuerst Adrian anlaufen lassen („Oh, we had a lot of disagreements towards the end...“, dann deutschen Ton darüber:
„Damals kam es völlig unerwartet, wie ein Schock, daß Menschen plötzlich buchstäblich dahinschmolzen und vergingen. Klaus war eines der ersten Opfer von AIDS... Keiner wußte damit umzugehen. Ende 1982 unternahm er eine kleine Tournee in Europa – und als er zurückkehrte, war er krank.
Über HIV wußte damals niemand Bescheid – man weiß ja heute noch nicht, ob HIV die Ursache von AIDS ist. Wahrscheinlich ist es sogar eine der größten Lügen in der Geschichte der Medizin. Damals aber wußte man noch weniger, die Leute hatten Angst – niemand besuchte Klaus, weil selbst die gleiche Luft zu atmen wie er, jagte allen Angst ein. Er war allein, es war schrecklich. Er starb auf eine sehr unschöne Weise. Heutzutage geht man anders mit AIDS um; die Menschen kämpfen um ihr Leben und überleben für acht bis zehn Jahre nach der Ansteckung...
Klaus‘ Lieder über den Tod: ja, von diesen Ideen war er fasziniert, als Opern-Mensch ging es für ihn um die ‚TRAGEDY DELUXE‘ – aber er schrieb und sang diese Lieder NICHT aus Todessehnsucht. Er hat nicht gewußt, daß er sterben würde. Das ist ein künstlerischer Zufall. Damals, wenn einem gesagt wurde, du mußt sterben, dann starb man eben einfach. Heutzutage sind die Menschen Überlebende.“
Adrians O-Ton bis „ ... these days, people are survivors“ weiterlaufen lassen, dann SCHLUSS der Einblendung.
Sein hart erkämpfter Aufstieg zu den Sternen ist gleichzeitig begleitet von seinem Ringen gegen den Tod. Schon bei seinen umjubelten Konzerten weiß er, daß seine Zeit begrenzt ist und daß sich nicht mehr alle seine Träume realisieren würden.
Als Donna Summer Ende 1982 behauptet, AIDS sei die Strafe Gottes für die Homosexuellen, singt Klaus Nomi die böse Parodie auf eines ihrer Lieder (I FEEL SICK statt I FEEL LOVE)... Leider gibt es hiervon keinerlei Plattenaufnahmen...
6. Einschub:Zuerst Adrian anlaufen lassen („Klaus‘ funeral ...“), dann deutschen Ton darüber:
„Am Tag der Beerdigung schien zunächst die Sonne, doch während der Zeremonie wurde es windig, und die Türen der katholischen Kirche mußten geschlossen werden.
Zum Schluß hin wurde eine Aufnahme gespielt von einer der Arien Klaus Nomis – und vom Zeitpunkt, als sie begann, bis zu ihrem Ende, zog ein Sturm auf direkt über der Kirche, mit grollendem Donner und Blitzen, während eine unbekannte Frau in einem silbernen Cape um die Kirchenbänke herumlief und lauter unverständliche Dinge schrie – und Klaus lag nicht in einem Sarg, sondern seine Asche war eingefaßt in einem schwarzen Quader, der aussah wie der Monolith aus „2001“, und auf dem Altar in der Mitte stand.
Niemand konnte glauben, daß das wirklich geschah.“
Adrians O-Ton bis „ ...it was quite bizarre, to say the very least“ weiterlaufen lassen, dann SCHLUSS der Einblendung.NOMI CHANT (1.55)
Resolution and End Title
(6.50)
Idee für einen anderen
Schluß:
7. Einschub:Zuerst Adrian anlaufen lassen („I wonder if he didn’t die what would be today ...“), dann deutschen Ton darüber:
„Ich frage mich, was er wohl heute wäre, wenn er nicht gestorben wäre. Entweder er wäre ein NIEMAND, völlig vergessen, oder aber – wenn man von all den kreativenGeistern in seinem Umfeld ausgeht – er wäre ein weltberühmter Mega-Star. Die Japaner wollten eine wöchentliche Zeichentrickserie über Klaus Nomi machen, aber das Projekt kam nie zustande ...
Das Beste an der ganzen Geschichte ist – er bekam, was er wollte, zu seinen Lebzeiten. Und er hatte einen Teil seines lebenslangen Traumes verwirklichen können. Wenn es etwas Positives an der Geschichte gibt, dann ist es das...“
Adrians O-Ton bis „ ... If there is anything sweet about this story then it’s that“ weiterlaufen lassen, dann SCHLUSS der Einblendung.
KLAUS NOMI singt die Arie der Delilah:
"Mein Herz öffnet sich dir, wie sich Blumen öffnen, wenn die Morgenröte sie küßt! Doch um meine Tränen noch besser zu trocknen, Liebster, sprich weiter zu mir! Sag mir, daß du für immer zurückkehrst zu mir. Wie sich im Sommer oft die Ähren sanft wiegen, bewegt von leichter Brise, so erbebt mein Herz voller Hoffnung auf Trost beim Klang deiner Stimme. So schnell erreicht der Pfeil nicht sein Ziel, wie deine Liebe dir in die Arme fliegt! Ach erfüll mein Herz mit Wonne! Berausche meine Sinne!"
- Eventuell alles zusammen
... -
SAMSON AND DELILAH (3.45)RETURN (2.07)
Das war die Sendung "Klaus Nomi - Eine Biographie in Musik anläßlich des zehnten Todestages" vom 6. August 1993. Ein ausführlicheres Transkript des Interviews mit Adrian Rebholz (Boy Adrian) aus dem Jahre 1993 - TAKE THE WORLD BY STORM - findet sich im FANZINE APOCALYPSE THEN! (Details hierzu weiter unten).
Eine 'Extended Version' dieser Sendung wurde auf dem Offenen Kanal Berlin am 25. Oktober, 8. November und 22. November 2003 im Rahmen der Sendereihe "SCHLAMPENREPORT EXTRA" in drei Teilen ausgestrahlt.Von Klaus Nomi gibt es drei Langspielplatten (auch als Compact Disk erhältlich): "Klaus Nomi", "Simple Man" und "Encore", sowie die Live-Platte "In Concert". 1998 erschien eine MAXI-CD mit zwei bislang unveröffentlichten Tracks, "ZA BAK DAZ" und "SILENT NIGHT". Eberhard Schoener komponierte zudem die Kurzoper "COLD GENIUS" über Klaus Nomi.
Vom 21. bis 30. November 2003 wurde im Rahmen der Ausstellung CHIRONEX FLECKERI in der NGBK Berlin von D.L. Alvarez und Gwenäel Rattke das Plakatprojekt It's a Wonderful Life über Klaus Nomi präsentiert - besonders erwähnenswert ist das eigens für die Ausstellung kreierte FANZINE APOCALYPSE THEN! mit seltenen Bildern und informativen Texten.
Im Februar 2004 präsentierte Andrew Horn, ein in Berlin lebender Filmemacher, auf der Berlinale seinen äußerst sehenswerten Dokumentarfilm "THE NOMI SONG" - der im März 2005 regulär in den Kinos anlief und mittlerweile auch auf DVD erhältlich ist. Im Gegensatz zu meinem (obigen) Radioessay, der Nomi mystisch verklären und ihn in die Niederungen des Pantheons hinabsteigen lassen möchte, dekonstruiert Andrew Horn den Mythos Nomi effektiv und enthüllt das Bildnis eines Künstlers, der niemals einer war.
Zu den Extra Features der DVD gehören u.a. der Live-Auftritt in der Rock-und-Klassik-Nacht bei Eberhard Schoener von 1982, das legendäre Kochrezept für The Klaus Nomi Lime Tarte sowie vier Remixes von zwei Nomi-Songs (wovon der Moog-Cookbook-Remix der Samson&Dalilah-Arie und der Man-Parrish-Remix von Total Eclipse hörenswert sind).Im März 2008 wurde im Rahmen des MaerzMusik-Festivals die "Hommage an Klaus Nomi - Singspiel in neun Teilen" der österreichischen Komponistin Olga Neuwirth aufgeführt, die in angemessener Weise die Figur Klaus Nomi (akustisch wie optisch) noch einmal lebendig werden ließ. Eine ausführliche Rezension dieser Veranstaltung findet sich auf klassik.com.
Mit zusätzlichen Informationen kann - falls noch existent - der OFFICIAL KLAUS NOMI FAN CLUB dienen:
P.O.Box 1679 Grand Central Station NY, NY
(überarbeitete Fassung
anlässlich des 20. Todestages, 2003)
Daniel Emerson Aldridge
Kausalprinzip Ungleich NOMI-nalismus