”Was ist eigentlich Homosexualität?” Das fragen mich immer wieder ratlose Menschen. Ich verweise diese dann meistens an das Dr.-Sommer-Team, bei dem es früher hieß, ‚das ist nur eine Phase‘, dann hieß es, ‚das macht doch nichts‘, und jetzt heißt es dort mittlerweile: ‚Homosexualität ist absolut langweilig. Man hat nur langweiligen Sex, lebt hinterm Mond, lockt niemandem hinterm Berg hervor und hat keine Ahnung davon, wie die Welt heutzutage wirklich funktioniert`. Jedoch gibt es auch immer wieder andere Stimmen zu hören, wie zum Beispiel in dem folgenden, absolut authentischen Schuljungenreport aus der April-Ausgabe einer bekannten deutschen Zeitschrift für Teenager - ”MEIN ERSTES MAL”:
Als der sportliche, jedoch zierliche Samuel (16) aus Osnabrück vor zwei Jahren seine große Liebe kennenlernte, hatte er von Liebe gerade die Nase voll. Sieben Wochen vorher hatte ihm seine damalige Freundin Stefanie, nach 17 Monaten Miteinandergehen, den Laufpaß gegeben, weil er sich noch nicht reif genug für sie fühlte. Das war doch aber total ungerecht. Stefanie verstand einfach nicht, daß ihm zärtliches Küssen und Streicheln ausreichten, und als sie ihm schrieb, daß sie endlich einmal mit ihm schlafen wollte, traf ihn das hart, und er hatte 54 Tage lang Liebeskummer.
Das änderte sich schlagartig während eines Pfingstferiencamps in der Lüneburger Heide. Eines Abends hockte die Gruppe um ein flackerndes Lagerfeuer, sie spielten Gitarre und sangen schöne Lieder vom Oktoberklub, wie zum Beispiel ”Sag mir, wo du stehst”.
Dicht neben Samuel saß Ingo, ein Junge aus der 12. Klasse, der in der fünften Klasse einmal sitzengeblieben war. Und auf einmal hatte Ingo den Arm um Samuel gelegt – sicherlich eine rein freundschaftliche Geste, wie unter romantischen Naturburschen üblich. Da fiel er ihm zum ersten Mal auf, und als Ingo Samuel zu seinem Zelt begleitete, funkte es bei Samuel. Nachts lag der Neuntkläßler allein wach, weil er nur noch an den großen, kräftigen Ingo mit seinen blonden Haaren und seinen Eichhörnchenaugen denken konnte.
2 Tage später, beim einsamen Spaziergang am wildromantischen Fluß hielt Samuel plötzlich Ingos Hand fest, zog ihn an sich und küßte ihn innig. Dieser freute sich darüber sehr. Von diesem Moment an waren die beiden zusammen. Nachdem sie wieder zu Hause waren, trafen sie sich jeden Tag und unternahmen viel.
Aus dem Küssen und Kuscheln wurden intensivere Zärtlichkeiten. Nach fünf Monaten und elf Tagen war Samuel klar, er wollte hier weiter gehen als mit Mädchen, er wollte mit Ingo schlafen. Sie gingen ja sehr offen und verständnisvoll miteinander um, sprachen über alles, ihre Lust, Ecstasy, SM und Aids. Dabei einigten sie sich darauf, auf Handschellen, Knebel und Dildos zu verzichten, jedoch Kondome zu benutzen. Samuel ging in eine Apotheke und ließ sich dort von der (glucksend kichernden) Verkäuferin beraten, und kaufte sich danach sein Kondom im Supermarkt.
Diese Packung lag 17 Monate und 3 Tage lang in der Autoquartettplastikbox in seinem Nachttisch, ehe Samuel endlich einmal mit Ingo allein in der Wohnung sein konnte. Samuel zündete eine Opium-Duftkerze an und legte seine AMON DÜÜL 2-CD auf.
Ingo träufelte gegorenen Himbeerjoghurt, den er vorher in der Sonne hatte stehen lassen, über Samuels nackten Körper und schleckte ihn dann ab; dann küßten und streichelten sie sich zunächst erneut (zärtlich und liebevoll), schmiegten sich wieder aneinander und flüsterten sich schauern machende Erklärungen der Lust zu, dann beobachtete Samuel mit klopfendem Herzen und aufgeregter Neugierde, wie sich Ingo das Kondom überrollte – und dann zog Samuel ihn einfach auf sich drauf ...
Ingo war lieb zu Samuel und hielt sich zurück, machte immer wieder eine Pause und kuschelte sich an Samuel. Doch obwohl dieser es unbedingt von ganzem Herzen wollte, tat es ihm dennoch unbeschreiblich weh... Ingo fragte, ob er aufhören sollte, doch Samuel wußte, daß er da durch wollte. Trotz der Schmerzen war er glücklich und bereute es keine Sekunde lang. Hinterher sprachen sie lange darüber, bevor Ingo aufstand und wieder fortging ...
Allerdings hatte Samuel drei Tage lang noch leichte Nachblutungen. Er machte sich deshalb Sorgen und ging zum Arzt, doch dieser beruhigte ihn und meinte, manche Jungen hätten eben eine sehr zarte Rosette. Seitdem haben sich Samuel und Ingo immer wieder getroffen. Zweimal noch hat es etwas wehgetan, doch inzwischen hat Samuel nur noch die allerschönsten Gefühle dabei ...
Trotz allem denkt Samuel immer wieder daran, daß das erste Mal für ihn das Allerschönste Mal war - als es noch so richtig wehtat ...