Die Bahnhofstoilette war
jahrzehntelang der Klassiker unter den
Öffentlichen Anbahnungsinstituten. Hier
konnte man meist völlig ungestört nette
Herren für die schnelle Nummer kennenlernen,
bevor man mit der Vorortbahn zurück zu Frau
und Kindern fuhr. Und verdächtig war ja nun
wirklich nichts daran, wenn man mal eben auf dem
Bahnhof die Bedürfnisanstalt besuchte.
Nun, leider hat man diese
wundervolle Einrichtung in Berlin und anderswo
zugunsten von "Servicecentern rund um's Pinkeln"
ersetzt, was zur Folge hat, dass man zum einem
sehr viel Geld für ein natürliches
Bedürfnis loswerden kann, zum anderen nun
auch eine soziale Kontrolle durch die
Reingungsleute besteht.
Ganz anders in Wien.
Hier gehen die Leute noch arbeiten
und zahlen so viel Steuern, dass sich die
grösste Kommune unseres südlichen
Nachbarlandes noch zahlreiche Öffentliche
Aborte leisten kann und auch die
Österreichische Bahn bietet ihren Kunden und
Besuchern die Möglichkeit, ohne den
Geldbeutel zücken zu müssen, ihre Blase
zu entleeren.
Keine Frage, wie Ihr
Klosteinreporter seinen Kurzaufenthalt in Wien
verbracht hatte. Als absoluten Höhepunkt kann
ich nun nach intensiven Recherchen Ihnen die
Toilette am Westbahnhof empfehlen. Diese ist ein
absolutes Muss für Klosteinliebhaber, die
sich gerne mal etwas besonderes auf der Zunge
zergehen lassen wollen. Denn hier pinkelt der Mann
in Urinale mit Zitronenscheiben.
Nachteile dieser Exklusivität
sind, dass man mit seinem Urinstrahl nicht die
Klosteine formen kann oder gar ganz zersetzen
kann. Dafür ist der Geschmack von Zitrone
gemischt mit Pisse etwas ganz besonderes, und vor
allem sind die Abendstunden zu empfehlen, wenn
schon hunderte von Männern auf die Scheiben
urininiert haben.
Für diese Spezialität
geben wir der Klappe am Westbahnhof und Wien
insgesamt 49 von möglichen 50 Punkten.