MADRID

(April 2003)


 

Madrid, Hauptstadt Spaniens und auch der Ort, an dem Maya-ren-domos erfunden wurde und in jedem Haushalt gebräuchlich ist, oh wundervolles Madrid, du bist einen Besuch wert.

Kein Zweifel, dass es für mich als offiziellen Klosteintester des Schlampenreports eine Pflicht war, hierher zu kommen und zu überprüfen, ob die Gerüchte rund um den Klostein auch wahr sind.

Für alle, die nicht zu dem elitären Kreis der Klosteinliebhaber zählen, sei hier erklärt, daß Maya-ren-do-mos, eine sexuelle Spielart ist, bei der die Dame oder der Herr sich einen Klostein halb in die Anusöffnung schieben und der Partner oder die Partnerin diesen dann langsam lecken, bis sich der Klostein löst. In einschlägigen Reiseführern wird das Madrid des 16. Jahrhunderts als Geburtsort dieser sowohl befriedigenden als auch äußerst hygienischen Freizeitbeschäftigung genannt.

Tatsächlich hat eine Umfrage letzen Jahres unter 2000 zufällig ausgewählten Madridern ergeben, daß rund 70 % der erwachsenen Einwohner mehr als einmal im Monat diese Praktik vollziehen. 

So könnte man sagen, Madrid ist die Stadt der Klostein- und Anuslecker. Doch in den einschlägigen Homolokalen fand ich keine Klosteine in den Urinalen. Als ich einmal einen Kellner fragte, grinste er mich nur frech an - zwischen seinen Zähnen glitzerten einige rosafarbene Kleinstteilchen. Offensichtlich reservieren hier die Beschäftigten sich die besten Stücke selber. Tatsächlich scheint für so manchen Ober die Chance, so nah an der Quelle zu sitzen, der einzige Grund zu sein, in einer Kneipe zu arbeiten. Zumindest sieht man sie im Allgemeinen öfter auf der Toilette als hinter dem Tresen. 

Frustriert ging ich in die Gegend zwischen Gran Via und Plaza del Sol, dort, wo die Transen sich aufreihen, um sich ihre nächste Tittenfüllung zu verdienen. Doch auch hier: nur Mißerfolge. Die erste kam gerade aus Rußland und hatte keine Ahnung, die nächste war Französin und chauvinistisch genug, nur ihre Landesspezialität ausüben zu wollen und die Andere hatte keine Klosteine zur Hand. 

Ich beschloß, den Klosteinreport ausfallen zu lassen und ging ins Museum, denn DIEGO DE SILVA Y VELAZQUEZ würde sicher auch mir Trost spenden. Tatsächlich lernte ich dort, daß man die Hoffnung nie aufgeben sollte. Just, als ich im Prado austreten war, kam ein muskulöser dunkelhaariger Angestellter in den Kloraum, um die Urinale mit zitronengelben, quadratischen Steinen aufzufüllen. Ein Blick in die Augen genügte und wir entweihten die Pradotoilette und ich lernte endlich die Madrider Art, die köstlichsten Erfrischungen der Welt auf die delikateste Weise zu mir zu nehmen, intensiv kennen. 

Madrid ist für Klostein-Liebhaber wahrlich eine Reise wert.

 
 

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Stand: 6. Dezember 2003