In Hillnbrow in Johannesburg gibt
es die traditionsreiche Pretoriastreet, in den
80ern Zentrum der Homoszene von Johannesburg.
Hochhäuser säumen die
Straße, und am späten Abend bieten
Frauen mit unglaublichem Steiss am
Straßenrand Eier, Ketten und frisch
gemachtes Essen an. Im offenen Supermarkt gibt es
kein Bier oder andere Alkoholika zu kaufen. Auf
der Straße tummeln sich die gutgebauten
jungen schwarzen Männer, von denen in Berlin
so mancher Zahnarzt träumt.
Aber wo nur Schwarze sind, wird
man in Johannesburg keine Weißen finden,
oder ist dieses Gesetz für die Homoszene
nicht gültig? Ich mache mich auf die Suche
nach der Kneipe Connections. Hier soll es laut
Internet sogar Cruising geben. Die Schwarzen
starren mich wie ein Weltwunder an: ein
Weißer nachts in ihrem Viertel! Da, endlich
treffe ich auf zwei andere weiße Frauen.
aber es stellt sich sofort heraus , dass es sich
nur um Nutten handelt. Endlich, am Ende der
Straße entdecke ich das Connections, im
ersten Stock eines heruntergekommenen Hochhauses.
Michael Jackson ist zu hören,
und vor der Bar sitzen die zwei fetten
weißen Nutten von gerade eben. Ein einsamer
Zahnarzt mit dickem Bierbauch und Vollglatze aus
Berlin-Wilmersdorf dreht seine Runde. Die Jungs,
die alle um diese Uhrzeit eigentlich ins Bett
gehören, warten nervös, wen der Zahnarzt
auswählt.
Das Bier, es schmeckt nach
Babypisse. Kein Wunder, es ist auch ein Import aus
den USA. Gerade mal einen Euro kostet es. Trotzdem
ist keiner betrunken. Das Klo suche ich gar nicht
erst auf, setze mich ins Taxi und bitte darum, in
eine weiße Gaybar gefahren zu werden. Dort
angekommen, fühle ich mich wie Zuhause in
Friedrichshain: die Busche lebt auch in
Johannesburg.
Auf dem Klo aber gibt es keine
Toilettenfrau, und die Klosteine haben
wahrscheinlich schon die anderen aufgelutscht. Auf
der oberen Tanzfläche spielen sie Alphaville.